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Was bedeutet Was? Der Sexualitäten-Guide

 

Während Sexualität ein immer offeneres Thema wird und sich dadurch ihr Rahmen erweitert, wissen viele Leute nicht, welcher Ausdruck eigentlich welche sexuelle Orientierung oder Identität beschreibt. In diesem Sexualitäten-Guide sollen die grundlegenden Begriffe verschiedenster Sexualitäten und Lebensweisen erklärt werden.

 

Heterosexualität 
Bei der Heterosexualität wird sexuelles Begehren und romantische Liebe ausschließlich für das andere Geschlecht empfunden. Mann und Frau finden dabei zueinander.

 

 

Homosexualität 
Bei der Homosexualität gilt das sexuelle und romantische Interesse, den Personen des eigenen Geschlechts. Mann trifft auf Mann, Frau auf Frau.

 

 

Bisexualität  
Bei der Bisexualität können Gefühle romantischer und sexueller Natur beiden Geschlechtern gegenüber empfunden werden. Dabei kann sich also eine Frau oder ein Mann in einen Mann, als auch in eine Frau verlieben, und mit dieser oder diesem sexuell verkehren.

 

 

Polysexualität  
Poly bedeutet viele und stammt aus dem Griechischen. Polysexualität geht folglich über das Interesse an beiden Geschlechtern (biologische Frauen und Männer) hinaus. Polysexualität bezieht sich nämlich auf das Entwickeln-Können romantischer und erotischer Gefühle gegenüber Männern, Frauen, Transsexuellen, Intersexuellen und auch Menschen, die sich selbst keiner dieser Sexualitäten zuordnen. Dabei fühlen sich polysexuelle Menschen nicht zwingend von allen – sondern meist nur von einigen – dieser Sexualitäten angezogen. Alle Sexualitäten liegen jedoch im Möglichkeitsbereich.

 

 

Pansexualität  
Pansexualität ist sozusagen die Weiterführung der Polysexualität. Pansexuelle Menschen können sich nämlich zu jeder Geschlechtsidentität hingezogen fühlen und auch für jede romantische Gefühle entwickeln. Alle Personen liegen also im Bereich des Möglichen, um für sie Gefühle von romantischem, als auch sexuellem Interesse empfinden zu können.

 


Asexualität
Asexuelle Menschen haben kein Interesse an Sex. Sie verzichten nicht freiwillig auf Sex, obwohl sie sexuelle Motivation verspüren, sondern empfinden schlichtweg keinen sexuellen Drang. Asexualität schließt jedoch romantische Nähe nicht aus. Asexuelle Personen können daher auch hetero-, homo- oder biromantisch sein. Nur erotisches Verlangen und das Bedürfnis danach fällt weg.

 


Intersexualität
Als intersexuelle Personen werden diejenigen verstanden, die wegen genetischer, anatomischer und hormoneller Gründe Merkmale des weiblichen, als auch des männlichen Geschlechts haben. Intersexuelle Menschen sind folglich biologisch gesehen, weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen, denn sie weisen die Einzigartigkeit beider auf.

 

 

Polyamorie  
Polyamorie bezeichnet zwar an sich keine sexuelle Ausrichtung oder Geschlechts-Identität, fällt aber dennoch in den Bereich wichtiger Begriffe, wenn es um bestimmte Lebensweisen und erotische und romantische Praxen geht.
Poly kommt aus dem Griechischen und bedeutet „viele oder mehrere“. Amor aus dem Lateinischen und bezeichnet „Liebe“.  Polyamorie begründet also die Liebe zu vielen und folglich eine offene Beziehungsform, bei der mehr als ein Mensch zur selben Zeit geliebt werden kann. Wissen, Einverständnis, Kommunikation und Vertrauen sind dabei wichtige Werte, denn alle beteiligten Personen müssen die Situation kennen und sich damit wohl fühlen. Polyamoröse Beziehungen haben dabei viele verschiedene Konstellationsmöglichkeiten (zB.: eine Gruppe aus mehreren Menschen, die sich alle lieben und sexuell miteinander verkehren; oder nur eine Person die Verliebtheit und Zärtlichkeit mit zwei anderen teilt; oder Personengruppen, die nur romantische und keine sexuellen Bindungen eingehen,…). Für alle gilt, dass die Beteiligten mit der Situation einverstanden sind. Darüber hinaus ist Polyamorie offensichtlich nicht auf bestimmte Sexualitäten eingeschränkt. Menschen verschiedenster sexueller Ausrichtungen leben in polyamorösen Beziehungen.

 

Transgender und Transsexualität  

Transsexualität und Transgender werden oft zusammengefasst, obwohl die Begriffe nicht dasselbe bezeichnen. Um die beiden Ausdrücke zu erklären, ist es wichtig zwischen dem körperlichen Geschlecht (Transsexualität) und dem sozialen Geschlecht (Transgender/Gender) zu unterscheiden. Man kann beispielsweise einfach formuliert sagen, dass Sexualität eine Frage des Körpers und Gender eine der Gedanken und Einstellungen ist.
Achtung: wie man merkt, kann der Begriff gender nicht wortwörtlich als „Geschlecht“ übersetzt werden, da er viel mehr bedeutet, als das körperliche Geschlecht (englisch: sex).

Transsexualität
Transsexualität bezieht sich auf den Körper und nicht auf die sexuelle Ausrichtung. Transsexuelle Menschen verändern ihr biologisches Geschlecht, denn sie werden, in das für sie falsche Geschlecht geboren.
Ein Beispiel: Eine Person, die körperlich weibliche Merkmale aufzeigt, spürt, dass sie eigentlich ein Junge ist. Der Körper, in den er geboren wurde, stimmt mit seinem Inneren nicht überein. Ein Junge ist demnach im Körper eines Mädchens gefangen. Er war immer schon ein Junge. Die Einkategorisierung als Mädchen macht ihn nicht zu diesem.
Die Begriffe Transfrau (eine Person, die mit männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, sich aber als Frau identifiziert) und Transmann (eine Person, die mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, sich aber als Mann identifiziert) sind dabei wichtig. Personen, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, mit dem sie geboren wurden, nennt man Cis: Cismann und Cisfrau.

 

Transgender
Gender bezeichnet hingegen das soziale Geschlecht und bezieht sich folglich auf Identität, Benehmen, Ausdruck, Selbstempfinden und Selbstgestaltung. Gender ist außerdem nicht-binär und kann daher viele Formen annehmen. Transgender (wie der Name schon sagt) bewegt sich in eben diesem fluiden und komplexen Raum, in dem es mehr als nur zwei Geschlechter (Mann und Frau) und stattdessen viele Zwischenformen gibt.
Trans-gender bedeutet folglich: eine andersgeschlechtliche oder geschlechtsneutrale Geschlechtsidentität.
Eine Person, die sich als Transgender identifiziert, kann beispielsweise ein Mann sein, der sich zu Frauen hingezogen fühlt, aber ebenfalls cross-dressing (sich dem anderen Geschlecht entsprechend zu kleiden) ausübt.
Auch wenn Transgender in vielen Formen auftreten kann, haben alle Transgender-Personen gemeinsam, dass sie alternativen und nicht-binären Konzepten von Maskulinität und Femininität folgen (wollen). Gender entspricht außerdem- so wie Transsexualität- keiner sexuellen Orientierung. Transgender-Personen können also hetero, bisexuell, homosexuell, asexuell,… sein.