Blackbox – Kunst oder Porno?

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Blackbox: Experimenteller Kunstporno

Blackbox ist Arthouse, eine Form des Kunstporno, die nicht nur in der Ausgestalltung, sondern auch in der Abschöpfung die Grenzen verwischt. Es ist ein leerer Raum, in dem einzig der sexuelle Ausdruck der Performenden Platz findet. Das ist mehr, als Kuratorensprech. Wir spannen schwarze Stoffe auf und erstellen eine große schwarze Box. Darin können sich Menschen ungestört ihrer Sexualität widmen. Wir experimentieren mit sexuellen Ausdrucksformen und geben dafür einen schönen Teil der Kontrolle ab. Die Teilnehmenden sollen möglichst ungehemmt und eigenständig agieren können. Keine Crew ist anwesend und kein Skript formt das Handeln. Es gibt einzig den Menschen, das Begehren und den Willen zur Ausführung. Es gibt keine Vorgaben, sie sollen ihre Sexualität möglichst so erleben, wie sie das wollen. Wie jeder Mensch seine Persönlichkeit ausprägt, so zeigt jede Beziehung ihre Dynamik und jeder Sex seinen Takt.

Mit Blackbox vermittelt Regisseurin Adrineh Simonian diese ureigensten Beziehungen des Menschen zu sich selbst und zu anderen mittels Montage und Schnittrhythmus. Die künstlerische Gestaltung des Werkes obliegt somit natürlich eines Eingriffes. Wir geben nicht vor, einen Einblick in’s Schlafzimmer zu geben, „echten“ Sex zu zeigen, was immer das heißen soll. Mit dem Authentizitäts- oder Echtheitsmythos wird vom Mainstream-Porno über Alternative, ja selbst im Fem Porn noch Marketing betrieben. Es ist Kunstporno und nicht Amateur und auch keine Doku. Wir bemühen uns, den Menschen gute Rahmenbedingungen zu einem sexuellen Selbstausdruck zur Verfügung zu stellen. Am Ende verarbeiten wir diesen künstlerisch und eine möglichst ästhetische Erfahrung zu ermöglichen.

Porno für das Museum

Kunstporno? Jein…Blackbox ist der Kunst vielleicht eine Spur näher als der Pornographie. Aber ist es nicht am schönsten, wenn wir diese künstlichen Grenzen nicht mehr ziehen können?
Als Black Box oder Black Cube bezeichnet man eine Ausstellungsform, die sich vom sogenannten White Cube abhebt. Beim White Cube spricht man von den weißen Wände von Museen oder Gallerien, die möglichst jede Ablenkung vom Kunstwerk vermeiden sollen, in ihrer Sterilität aber auch suggerieren, andere Einflüsse könnten die Sublimität der Kunst stören, den Kunstgenuss gar verschmutzen.

Die Black Box oder der Black Cube entwickelte sich, als digitale Kunst oder Medienkunst sich zu etablieren begannen. Sie vermeidet gleichsam jegliche Ablenkung, überlässt allerdings keinen freien Raum, der eine antiseptische Funktion zu erfüllen hätte. Die handelnden Personen im Format Blackbox von Arthouse Vienna sind gleichsam Kunstschaffende, wie Teil des Werkes. Um das Werk ist nichts – das Werk ist alles.

Sex in Wien Ausstellung Wien MuseumUnsere Werke werden im Wien Museum in der Ausstellung „Sex in Wien. Lust. Kontrolle. Ungehorsam“ von September 2016 bis Januar 2017 ausgestellt. Wir freuen uns damit ein weiteres Stück dazu beigetragen zu haben, den Ruf der Pornographie zu bessern und die Grenzen zwischen Porno, Kunst und Popkultur weiter verschwimmen zu lassen.

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